Blaufärben. Blaudruck, Färberwaid









Kursangebot Blaufärben:





Leider muß ich den geplanten Kurs für dieses Jahr 2021 absagen.
23. Juli 2021 17:00 Uhr ca. 1 Stunde ansetzen der Kalk-Fruktose-Küpe
24. Juli 10:00 Uhr färben mit frischen Waidblättern
nachmittags ansetzen der Ammoniak-Hydrosulfitküpe und auch gleich färben damit (bis ca. 17:00/18:00 Uhr
25.Juli 10:00 Uhr bis mittags: Färben in der Kalk-Fruktose-Küpe

Abreise am Sonntag nachmittags

Kursgebühr 190,- €, Material extra                    (Übernachtungsmöglichkeiten siehe Anreise)                                         

Wir färben Wolle und Seide mit einfach anzusetzender Hydrosulfitküpe, die später auch wirklich jeder zu Hause durchführen kann              (übrigens ohne dass zusätzlich zur Küpe extra noch eine Stammküpe bereitet werden müsste und  ohne umständliche Rechnerei, die  für Hobbyfärber und Hobbyfärberinnen vollkommen überflüssig ist. Oft wird die Küpenherstellung viel zu kompliziert gezeigt !!). Mit unserer "einfachen" Küpe können 2 - 3 Tage lang ununterbochen mehrere Kilo Wolle und Seide gefärbt werden. Ausserdem arbeiten wir  auch mit der umweltfreundlichen Kalk-Fruktose-Reduktionsküpe.   Mit dieser Küpe können wir auch Leinen- und Baumwollstücke in Shibori-Techniken überfärben.   Zum Überfärben für violett und grün, können sie sich  eigenes bereits gelb und rosa gefärbtes Material mitbringen, z.B. auch Filzstücke und Seidentücher. Shiborimusterungen  z.B. auch mit kleinen unreifen Walnüssen, die eingebunden werden,   (zur Musterung blau-weiss-braun) können ausprobiert werden.

Arbeitszeiten:  10:00 bis ca. 18:00 Uhr    2 Stunden Mittagspause nach Absprache.  Im gemütlichen Landgasthof und Hotel "Leinemühle" direkt neben uns können wir zu Mittag essen.


email schicken an: k-tegeler@t-online.de

    

immer wieder grosse Freude beim Herausziehen der gefärbten Stoffe aus der Küpe


Herstellen einer Waidküpe aus frischen Blättern.
PH-Wert - Einstellung für Wolle und Seide.  Wie viel wir damit färben können, richtet sich danach, wie gut der Waid in diesem Frühjahr gewachsen ist,  aber für jede Teilnehmerin/Teilnehmer wird es natürlich auf jeden Fall für  eine Probe reichen. So dass Sie   gelernt haben werden, wie man es macht.
Mit Theorieblock: Geschichtliches über Färberwaid und Vermittlung von Kenntnissen über den Farbstoff und das Blaufärben.  Damit können wir natürlich mehr pflanzliche Fasern (Baumwolle, Leinen etc.) sowie Wolle und Seide färben.


Bitte immer mitbringen: Schildchen zum Beschriften der Farbproben, Haushaltsgummihandschuhe oder mehrere Einmalhandschuhe. Bitte eigenes Material in höchstens 50 g Portionen oder kleiner zum Färben mitbringen aus Wolle und  Seide (bitte kein sog. Sockengarn mit Synthetikanteil mitbringen) aber auch etwas pflanzliche Fasern, z.B. Baumwoll- oder Leinenstoff, gelbe und rosa reine Wolle und/oder Seide zum Überfärben mit Blau zu violett und grün kann ebenfalls mitgebracht werden. Schreibzeug. Knöpfe oder Plastikfigürchen zum Markieren Ihrer Wolle, damit sie nach dem Färben unter anderen Proben wieder herausgefunden  werden kann.Wer Shibori-Musterung machen möchte, bitte dickes Baumwollgarn, Stopfnadel u.a. Utensilien dafür selbst mitbringen.
Unempfindliche Kleidung, je nach Wetter evtl. auch einen dicken Pullover, Jacke, wir arbeiten draussen.
Ich habe hier begrenzt Kammgarn vorrätig sowie Kammzugwolle, die zum Filzen geeignet ist.
                                 
                              Indigofärbungen,  rechts: Shiborimusterung mit Rostfärbung und Indigo von Manuel Schweizer            


Der Färberwaid   Isatis tinktoria

              
Waidblätter des 1. Wachstumsjahres, im 2. Jahr Blüten und unreife Samenstände, gereifter Samen,
                

 Waidernte im Seminar, Einstellen einer Küpe, abgefilterter Indigo aus Waid,                                   

                                                                                                        Foto links von  Patrick Wertmann
linkes Foto: aus den Waidblättern wird der blaue Farbstoff ausgezogen

rechtes Foto: die blaue Wolle ist fertig, 2012 im Südharz besonders schön dunkel im ersten Zug !  Die Intensität der blauen Farbe richtet sich nach dem Klima der Wachstumsperiode.

Der Waid ist zweijährig. Im ersten Jahr nach der Aussaat erntet man die frischen Blätter, die sehr schnell heranwachsen, zum Blaufärben. Die Blätter wachsen auch wieder rasch nach, deswegen kann man sie noch im selben Jahr zwei Mal nachschneiden.
Im zweiten Jahr blüht der Waid und bildet Samen aus.
Aus den frischen Blättern kann der Farbstoff extrahiert und gelagert,  aber auch gleich eine Küpe bereitet werden. Getrocknete Blätter eignen sich dafür nicht mehr.


Blaudruck       das echte Blaudruckverfahren nach historischem Vorbild modern umgesetzt  

  

bedruckte und gefärbte Leinenstreifen mit Bouretteseide zur Hose zusammengenäht                                  

                  

    
Stoffe werden in der Werkstatt mit im Kurs selbst hergestelltem "Papp" bedruckt und zum Trocknen ins Freie gehängt

            
Ansetzen der Kalk-Fruktose-Indigoküpe, die "Tauchimprovisation" wird hergerichtet und die mit "Papp" bedruckten Stoffstücke in die Küpe getaucht
Fotos: Marianna Gostner

                    
der gefärbte Stoff wird aus der Küpe gezogen und verblaut für einen eventuellen zweiten Tauchgang

                       
vor dem Auswaschen der Reservierungspaste "Papp" muß alles letztmals  an der Luft verblauen.

 

 

Shiborimusterung mit Indigo und jungen Walnüssen          

Shibori nennt man die Mustertechnik in Japan, die durch vorheriges Abbinden, Abnähen und Pressen beim Färben von Stoff entsteht.

Diese Technik war früher in vielen Teilen der südlichen Erdhalbkugel und in manchen der nördlichen, traditionell. Heute werden Stoffe und deren Färbungen  im wesentlichen industriell hergestellt, deswegen hat die Shibori-Technik hauptsächlich im Kunsthandwerk ihren Platz bekommen. Besonders in Japan, Indien  und Afrika (Nigeria)  werden solcherart künstlerisch gestaltete Stoffe gefärbt. Man kann das übrigens mit allen Arten von Stoff aus Naturfasern ausführen. In Japan wird hauptsächlich mit Seide gearbeitet (Shibori), in Indien mit Seide und Baumwolle (Bandami), in Afrika überwiegend mit Baumwolle (Adire). Genauso geht das natürlich auch mit Wollstoff und sogar mit Filz und Nunofilz.

Vor einigen Jahren wurde mit dieser Technik fälschlicherweise unter der Bezeichnung „Batik“ experimentiert. Batik ist zwar ebenfalls eine Reservetechnik (Muster entstehen durch Aussparungen beim Färben), bei Batik entstehen aber die Reservierungen durch Auftragen von Wachs, weswegen das natürlich nur mit Kaltfärbungen und dünnem Stoff geht. Da sich Wachs auch sehr gut aufmalen lässt, eignet sich die Technik des Batikens besonders gut zur Herstellung von Bildbehängen und wird meist mit Chemiefarben auf Seide gefärbt.