Blaufärben

  

Kontakt:
Karin Tegeler
Textiles Werken
Leinemühle 1
OT Molmerswende
06343 Mansfeld
Tel: 034779 908430


Kursangebot

17. abends - 22. Juni 2012

Blaufärben nach verschiedenen Methoden

Färben mit frischen Waidblättern,
(gänzlich ohne Urinzusatz!) den blauen Farbstoff aus dem Waid extrahieren zum späteren Gebrauch

umweltfreundliche kalte Kalk-Eisenküpe   für Leinen  Baumwolle und Seide

 

 

Wir färben Wolle und Seide mit einfach anzusetzender Hydrosulfitküpe, die später auch wirklich jeder zu Hause durchführen kann  ( übrigens ohne dass zusätzlich zur Küpe extra noch eine Stammküpe bereitet werden müsste und  ohne umständliche Rechnerei, die  für Hobbyfärber und Hobbyfärberinnen vollkommen überflüssig ist. Meistens wird die Küpenherstellung viel zu kompliziert gezeigt !!). Mit unserer "einfachen" Küpe können 2 - 3 Tage lang ununterbochen mehrere Kilo Wolle und Seide gefärbt werden. Ausserdem arbeiten wir  auch mit der umweltfreundlichen Kalk-Eisen-Küpe  für  Leinen,  Baumwolle und Seide, die kalt angewendet wird und   wochenlang haltbar ist.   Mit dieser Küpe können wir auch Leinen- und Baumwollstücke in Shibori-Techniken überfärben.  Des weiteren färben wir Wolle mit der Indigopaste, blau, grün und violett,  auf der faserschonenden Tonerde-Kaltbeize AL die kalt angewendet wird. Eigenes zu färbendes Material kann mitgebracht werden, z.B. auch Filzstücke und Seidentücher.

Ansetzen einer Küpe aus frischem FärberWaid aus unserem Garten. Der "Waidindigo" kann mit diesem Verfahren auch extrahiert werden, so dass der Farbstoff für spätere Färbungen genutzt werden kann.

Intensivseminar: (Vorkenntnisse im Färben sind hilfreich)
17. - 22. 6. 12   Kursgebühr 190,-  Euro, Material extra (der Kurs beginnt bereits am 17.6.  abends, wenn alle TeilnehmerInnen hier sein können) sonst 10:00 bis ca. 18:00 Mittagspause nach Absprache.

Bitte mitbringen: Schildchen zum Beschriften der Farbproben, Gummihandschuhe, Wenn Sie möchten: eigenes Material zum Färben aus Wolle, Seide (bitte kein sog. Sockengarn mit Synthetikanteil) und auch wenig pflanzlichen Fasern, z.B. Baumwoll- oder Leinenstoff, gelbe und rosa reine Wolle und/oder Seide zum Überfärben mit Blau zu violett und grün. Schreibzeug. Knöpfe oder Plastikfigürchen zum Markieren Ihrer Wolle, damit sie nach dem Färben wieder gefunden werden kann.


                   
                                 die blaue Pracht am Ende des Workshops              



                        Waidblüten und Samen im 2. Wachstumsjahr der Pflanzen

                   
          

Waidblätter, Einstellen einer Küpe, Die blaue Wolle ist fertig, 2008 besonders schön leuchtend!

Der Waid ist zweijährig. Im ersten Jahr nach der Aussaat erntet man die frischen Blätter, die sehr schnell heranwachsen, zum Blaufärben. Im zweiten Jahr blüht der Waid und bildet Samen aus.
Aus den frischen Blättern kann der Farbstoff extrahiert und gelagert,  aber auch gleich eine Küpe bereitet werden.

             das echte Blaudruckverfahren
Bild links: im Kurs hergestellt und fertig gefärbte Stoffe: gedruckt, gemalt und Shiboritechnik
Bild rechts: Der mit der Reservierungspaste "Papp" bedruckte Stoff vor dem Eintauchen in die Indigoküpe

Blaudruck auf Leinen und Baumwolle, sowie Shiborimusterungen und malen auf Stoff,
gefärbt in der kalten Küpe mit Indigo für Leinen und Baumwolle. Mit dem "Papp" genannten Reservemittel kann man den Stoff bedrucken oder bemalen.   Die gemalten oder gedruckten Konturen bleiben später weiß. Wegen des relativ kleinen Färbetopfes (im Verhältnis zu den Küpenfässern der Blaudrucker) können allerdings im Kurs nur kleine Stoffstücke zum Überfärben bemalt und bedruckt  bzw. in Shiboritechnik vorbehandelt werden. 
Termin: 26.4. - 30.4.12,  Kursgebühr 170 €, Material extra.

Bitte mitbringen: Zum Drucken und Bemalen bitte nur Stoffstücke von 30-40 cm Breite mitbringen. Die Länge kann dann ca. 1 m betragen. Für die Shiboritechnik können kleine Tischdecken von ca. 80 X 80 cm  verwendet werden, oder Schals oder Zuschnitt-Teile für Bekleidung, z.B. Ärmel oder Westenteile usw. Kleine und große Schere, Nähzeug, Zwirn, Stopfnadel, dickes Baumwollgarn, Schnur, Schreibzeug für Notitzen, zum Einbinden: Murmeln, Knöpfe, Kieselsteinchen usw.
Gummihandschuhe, Schürze,

Programm:

Donnerstag, 26.4. Anreise bis mittags,  Zur Einstimmung gibt es  einen Videofilm über Mustermöglichkeiten für anschließendes  Überfärben mit Indigo. Ich zeige Muster. Etwa um 16:00 Uhr  fangen wir schon an, Stoffstücke mit "Papp" und Holzmodeln zu bedrucken, denn der bedruckte Stoff muß vor dem Färben längere Zeit trocknen. Dafür brauchen wir dünne Baumwolle, z.B. dünnen Batist, denn eigentlich müsste der Papp auf dem Stoff mehrere Wochen trocknen. Sehr dünner Stoff braucht dafür natürlich weniger lang.

Freitag: Herstellung der Reismehlpaste zum Bemalen und auch gleich damit auf Stoffstücke Muster malen.  Andere Stoffstücke  abbinden, abnähen oder knoten   für die Shiborimusterung.
Ansetzen der Hydrosulfitküpe für Leinen und Baumwolle (ohne extra Stammküpe)

Samstag Eisen-Kalkküpe herstellen sowie den originalen Blaudrucker - "Papp" (Reservierungspaste) Wer möchte, kann noch weiteren Stoff für die Shiborimusterung bearbeiten.

Sonntag:  freier Tag zur Harzerkundung. Die aufgedruckte Reservierungspaste "Papp" und die aufgemalte Reispaste müssen  vor dem Färben trocknen.

Montag wird alles Bedruckte und Bemalte, Abgebundene und Abgenähte überfärbt. .:
Schlußbesprechung, wer möchte kann sich noch weitere Rezepturen aufschreiben.   Bitte an Behältnis zum Heimreisen für die feuchten frisch gefärbten Stoffstücke denken.

Dienstag Abreise


            

Shibori nennt man die Mustertechnik in Japan, die durch vorheriges Abbinden, Abnähen und Pressen beim Färben von Stoff entsteht.

Diese Technik war früher in vielen Teilen der südlichen Erdhalbkugel und in manchen der nördlichen, traditionell. Heute werden Stoffe und deren Färbungen  im wesentlichen industriell hergestellt, deswegen hat die Shibori-Technik hauptsächlich im Kunsthandwerk ihren Platz bekommen. Besonders in Japan, Indien  und Afrika (Nigeria)  werden solcherart künstlerisch gestaltete Stoffe gefärbt. Man kann das übrigens mit allen Arten von Stoff aus Naturfasern ausführen. In Japan wird hauptsächlich mit Seide gearbeitet (Shibori), in Indien mit Seide und Baumwolle (Bandami), in Afrika überwiegend mit Baumwolle (Adire). Genauso geht das natürlich auch mit Wollstoff und sogar mit Filz und Nunofilz.

Vor einigen Jahren wurde mit dieser Technik fälschlicherweise unter der Bezeichnung „Batik“ experimentiert. Batik ist zwar ebenfalls eine Reservetechnik (Muster entstehen durch Aussparungen beim Färben), bei Batik entstehen aber die Reservierungen durch Auftragen von Wachs, weswegen das natürlich nur mit Kaltfärbungen und dünnem Stoff geht. Da sich Wachs auch sehr gut aufmalen lässt, eignet sich die Technik des Batikens besonders gut zur Herstellung von Bildbehängen und wird meist mit Chemiefarben auf Seide gefärbt.