Blaufärben

Kursangebot Blaufärben:
16. - 18. Juni 2017 Blaufärbe- und Blaudruck-Seminar,
Herstellung der Reservierungspaste "Papp", Stoffstücke damit bedrucken oder mit Mustern bemalen und anschließend in zwei verschiedenen Küpen blau färben. (Kalk-Fruktose und Hydrosulfit)Wer das Drucken nicht ausprobieren möchte, kann  Shiborimusterungen  auch mit kleinen Walnüssen  (blau-weiss-braun) herstellen. Kursgebühr 190,- €

14. - 16. 7. 2017
Blaufärben nach verschiedenen Methoden, (ausgebucht)

Wolle färben mit frischen Waidblättern,
(gänzlich ohne Urinzusatz!) den blauen Farbstoff aus dem Waid extrahieren zum späteren Gebrauch
umweltfreundliche  Kalk-Fructose-Küpe  für Leinen  Baumwolle und Seide
Wolle und Seide in der  Hydrosulfitküpe mit fester einfacher Rezeptur färben. Kursgebühr 190,- €


Wir färben Wolle und Seide mit einfach anzusetzender Hydrosulfitküpe, die später auch wirklich jeder zu Hause durchführen kann              (übrigens ohne dass zusätzlich zur Küpe extra noch eine Stammküpe bereitet werden müsste und  ohne umständliche Rechnerei, die  für Hobbyfärber und Hobbyfärberinnen vollkommen überflüssig ist. Oft wird die Küpenherstellung viel zu kompliziert gezeigt !!). Mit unserer "einfachen" Küpe können 2 - 3 Tage lang ununterbochen mehrere Kilo Wolle und Seide gefärbt werden. Ausserdem arbeiten wir  auch mit der umweltfreundlichen Kalk-Fruktose-Reduktionsküpe.   Mit dieser Küpe können wir auch Leinen- und Baumwollstücke in Shibori-Techniken überfärben.   Zum Überfärben für violett und grün, können sie sich  eigenes bereits gelb und rosa gefärbtes Material mitbringen, z.B. auch Filzstücke und Seidentücher.

Ansetzen einer Küpe aus frischem FärberWaid aus unserem Garten. Der "Waidindigo" kann mit diesem Verfahren auch extrahiert werden, so dass der Farbstoff für spätere Färbungen genutzt werden kann.

 
Blaufärben mit dem Kiefernhabichtspilz (Sarcodon suamosus) färbt manchmal auch grün oder grau. Es ist leider nicht sicher, dass immer blau entsteht.

Intensivseminar: (Vorkenntnisse im Färben sind hilfreich)
14. - 16. 7. 17  (ausgebucht)
 Kursgebühr 190,-  Euro, Material extra


(Übernachtungsmöglichkeiten siehe Anreise)   


10:00 bis ca. 18:00 Uhr    2 Stunden Mittagspause nach Absprache.  Im gemütlichen Landgasthof und Hotel "Leinemühle" direkt neben uns können wir zu Mittag essen.

Anmeldeformular

    

immer wieder grosse Freude beim Herausziehen der gefärbten Stoffe aus der Küpe


Programm:

Freitag                                                                                                                                                                                                                    
Vortrag über das Färben mit Indigo
Die Hydrosulfitküpe für Wolle bereiten  und Wolle und Seide (tierische Fasern) damit färben bzw. rot und gelb überfärben zu grün und violett
Herstellung der umweltfreundlichen 
Reduktionsküpe  mit Kalk und Fructose für pflanzliche Fasern (z.B. Baumwolle, Leinen)
dazwischen: Stoffstücke  für Shiborimusterung abbinden und abnähen. Pilze einweichen und auskochen.

Samstag:
Wir färben hauptsächlich pflanzliche Fasern in Form von Stoff oder Garn und die abgebundenen Stoffstücke für die Shiborimusterung  mit der Kalk-Fructose-Küpe  . (Es können natürlich auch ungemusterte Stoffstücke gefärbt werden.)  Auch in der Hydrosulfitküpe vom Vortag können wir noch Wolle und Seide blau färben.
Färben von Wolle in dem Pilzsud.

Sonntag
Herstellen einer Waidküpe aus frischen Blättern. PH-Wert - Einstellung für Wolle und Seide.  Wie viel wir damit färben können, richtet sich danach, wie gut der Waid in diesem Frühjahr gewachsen ist,  aber für jede Teilnehmerin/Teilnehmer wird es natürlich auf jeden Fall für  eine Probe reichen. So dass Sie   gelernt haben werden, wie man es macht.

Morgens setzen wir uns immer zu einer kurzen Besprechung zusammen,
Abreise am Sonntag etwa 16:00 oder 17:00 Uhr


Bitte mitbringen: Schildchen zum Beschriften der Farbproben, Gummihandschuhe, Bitte eigenes Material in höchstens 50 g Portionrn oder kleiner zum Färben mitbringen aus Wolle und  Seide (bitte kein sog. Sockengarn mit Synthetikanteil) und auch etwas pflanzliche Fasern, z.B. Baumwoll- oder Leinenstoff, gelbe und rosa reine Wolle und/oder Seide zum Überfärben mit Blau zu violett und grün. Schreibzeug. Knöpfe oder Plastikfigürchen zum Markieren Ihrer Wolle, damit sie nach dem Färben unter anderen Proben wieder herausgefunden  werden kann.  Unempfindliche Kleidung, evtl. auch einen dicken Pullover.
Ich habe hier begrenzt Kammgarn vorrätig sowie Kammzugwolle, die zum Filzen geeignet ist.
                                 
                              Indigofärbungen,  rechts: Shiborimusterung mit Rostfärbung und Indigo von Manuel Schweizer            


Der Färberwaid   Isatis tinktoria

              
Waidblätter des 1. Wachstumsjahres, im 2. Jahr Blüten und unreife Samenstände, gereifter Samen,
                

 Waidernte im Seminar 2012, Einstellen einer Küpe, abgefilterter Indigo aus Waid,                                   

                                                                                                        Foto links von  Patrick Wertmann
linkes Foto: aus den Waidblättern wird der blaue Farbstoff ausgezogen

rechtes Foto: die blaue Wolle ist fertig, 2012 im Südharz besonders schön dunkel im ersten Zug !  Die Intensität der blauen Farbe richtet sich nach dem Klima der Wachstumsperiode.

Der Waid ist zweijährig. Im ersten Jahr nach der Aussaat erntet man die frischen Blätter, die sehr schnell heranwachsen, zum Blaufärben. Die Blätter wachsen auch wieder rasch nach, deswegen kann man sie noch im selben Jahr zwei Mal nachschneiden.
Im zweiten Jahr blüht der Waid und bildet Samen aus.
Aus den frischen Blättern kann der Farbstoff extrahiert und gelagert,  aber auch gleich eine Küpe bereitet werden. Getrocknete Blätter eignen sich dafür nicht mehr.


Blaudruck       das echte Blaudruckverfahren nach historischem Vorbild modern umgesetzt    Wir bedrucken Stoffe mit der Reservierungspaste(Papp), die wir hier herstellen, dann wird alles in zwei verschiedenen Küpen blau überfärbt  . Mit diesem Papp kann man natürlich auch Motive malen.
Auch Shiborimusterungen können ausgeführt werden.                                                                 

16. - 18. Juni 2017    Kursgebühr 190,- €  plus ca. 25 € für Material


  
bedruckte und gefärbte Leinenstreifen mit Bouretteseide zur Hose zusammengenäht                                  

                  

    
Stoffe werden in der Werkstatt mit im Kurs selbst hergestelltem "Papp" bedruckt und zum Trocknen ins Freie gehängt

            
Ansetzen der Kalk-Fruktose-Indigoküpe, die "Tauchimprovisation" wird hergerichtet und der mit "Papp" bedruckte Stoff in die Küpe getaucht
Fotos: Marianna Gostner

                    
der gefärbte Stoff wird aus der Küpe gezogen und verblaut für einen eventuellen zweiten Tauchgang

                       
vor dem Auswaschen der Reservierungspaste "Papp" muß alles letztmals  an der Luft verblauen.



Blaudruck auf Leinen, Baumwolle, und Seide sowie Shiborimusterungen und malen auf Stoff,
gefärbt in der kalten Küpe mit Indigo für Leinen und Baumwolle. Mit dem "Papp" genannten Reservemittel kann man den Stoff bedrucken oder bemalen.   Die gemalten oder gedruckten Konturen bleiben später weiß. Wegen des relativ kleinen Färbetopfes (im Verhältnis zu den Küpenfässern der Blaudrucker) können allerdings im Kurs nur relativ kleine Stoffstücke zum Überfärben bemalt und bedruckt  bzw. in Shiboritechnik vorbehandelt werden. 
Termin: 16. - 18. Juni 17    Kursgebühr 190 €, Material extra.
Dieses Mal zeige ich auch , wie man mit frischen Waidblättern färbt.

Bitte mitbringen: Zum Bedrucken  bitte nur Stoffstücke von 30-40 cm Breite mitbringen. Die Länge kann dann ca. 1 m betragen. Für die Shiboritechnik können kleine Tischdecken von ca. 80 X 80 cm  verwendet werden, oder Schals oder Zuschnitt-Teile für Bekleidung, z.B. Ärmel oder Westenteile usw. Kleine und große Schere, Nähzeug, Zwirn, Stopfnadel, dickes festes Baumwollgarn, z.B. Häkelgarn, dickere Schnur, Schreibzeug für Notitzen, zum Einbinden: Murmeln, Knöpfe, Kieselsteinchen usw.
Gummihandschuhe, Schürze,

Programm:

Freitag Vormittag: 10:00 Uhr Ich zeige Stoffmuuster. und dann  fangen wir schon an, Stoffstücke mit hier vorhandenem "Papp" und Holzmodeln zu bedrucken, (wer nicht so gerne druckt, kann auch Shibori-Musterungen knoten, abnähren oder wickeln). Oder Sie malen mit dem Papp auf den Stoff) denn der bedruckte oder bemalte Stoff muß vor dem Färben sehr gut trocknen.Deswegen bringen Sie bitte dünnen Baumwollstoff, z.B. dünnen Batist mit, denn eigentlich müsste der Papp auf dem Stoff mehrere Wochen trocknen. Sehr dünner Stoff braucht dafür aber natürlich weniger lang. Sie können auch Seide nehmen, z.B. Pongé 05.
nachmittags:
Wollproben blau färben mit frisch  geernteten Waidblättern aus unserem Garten.

Samstag Hydrosulfitküpe herstellen sowie den  Blaudrucker - "Papp" (Reservierungspaste)
Nachmittags
können wir mit dem Blaufärben beginnen,

Sonntag: wird alles Bedruckte, Bemalte, Abgebundene und Abgenähte überfärbt. .:
Schlußbesprechung, wer möchte kann sich noch weitere Rezepturen aufschreiben.   Bitte an Behältnis zum Heimreisen für die feuchten frisch gefärbten Stoffstücke denken.
 



 

Shiborimusterung mit Indigo und jungen Walnüssen          

Shibori nennt man die Mustertechnik in Japan, die durch vorheriges Abbinden, Abnähen und Pressen beim Färben von Stoff entsteht.

Diese Technik war früher in vielen Teilen der südlichen Erdhalbkugel und in manchen der nördlichen, traditionell. Heute werden Stoffe und deren Färbungen  im wesentlichen industriell hergestellt, deswegen hat die Shibori-Technik hauptsächlich im Kunsthandwerk ihren Platz bekommen. Besonders in Japan, Indien  und Afrika (Nigeria)  werden solcherart künstlerisch gestaltete Stoffe gefärbt. Man kann das übrigens mit allen Arten von Stoff aus Naturfasern ausführen. In Japan wird hauptsächlich mit Seide gearbeitet (Shibori), in Indien mit Seide und Baumwolle (Bandami), in Afrika überwiegend mit Baumwolle (Adire). Genauso geht das natürlich auch mit Wollstoff und sogar mit Filz und Nunofilz.

Vor einigen Jahren wurde mit dieser Technik fälschlicherweise unter der Bezeichnung „Batik“ experimentiert. Batik ist zwar ebenfalls eine Reservetechnik (Muster entstehen durch Aussparungen beim Färben), bei Batik entstehen aber die Reservierungen durch Auftragen von Wachs, weswegen das natürlich nur mit Kaltfärbungen und dünnem Stoff geht. Da sich Wachs auch sehr gut aufmalen lässt, eignet sich die Technik des Batikens besonders gut zur Herstellung von Bildbehängen und wird meist mit Chemiefarben auf Seide gefärbt.